Geschichte

  • Das ehemalige Haus Neureut 49
  • Der Übergangs-Bau (seit 2016)
  • Das geplante neue Gebäude (3D-Visualisierung)

Ab dem Jahr 2009 begann das Haus St. Josef in Büchlberg unbegleitete minderjährige Jugendliche, die ohne Eltern oder andere Bezugspersonen nach Deutschland geflohen sind, aufzunehmen. Das Haus St. Josef hatte es sich zur Aufgabe gemacht, auch diesen Jugendlichen wieder ein Zuhause zu geben, wenn auch auf begrenzte Zeit. Als im Sommer 2014 die Aufgriffe von unbegleiteten Minderjährigen im Landkreis Passau enorm anstiegen, trat das Kreisjugendamt Passau an die Leitung des Hauses St. Josef mit der Bitte heran, ein spezielles Angebot für unbegleitete Minderjährige zu kreieren.
Daraufhin startete die Suche nach einem geeigneten Objekt. Im August 2014 fanden die ersten Gespräche und Besichtigungen statt, darunter auch der jetzige Standort in Passau-Neureut. Im September 2014 erwarb die Stiftung Heilig Kreuz Altötting für das Haus St. Josef dann das Gebäude in Neureut.

Bereits am 1. Oktober 2014 bezogen die ersten Jugendlichen aus den Krisenregionen Syrien und Afghanistan die Außenstelle in Neureut. Die neu eröffnete Gruppe Abraham, die erste Clearinggruppe für unbegleitete Minderjährige in Niederbayern, die sich ausschließlich auf unbegleitete Minderjährige spezialisiert hatte, bereitete die Jugendlichen auf das unbekannte Leben in Deutschland vor. Mit der Eröffnung der Gruppe Jonas, einer Heilpädagogischen Nachsorgewohngruppe für unbegleitete Minderjährige im Januar 2015, fanden innerhalb von vier Monaten 20 männliche Jugendliche in Neureut einen Platz zum Ankommen.

Im Sommer 2015, als die Anzahl der eintreffenden unbegleiteten Minderjährigen in der Stadt und im Landkreis Passau enorm anstieg und dadurch große Clearing-Einrichtungen nötig wurden, fehlte es im Anschluss daran an geeigneten Folgeangeboten. Erneut passte das Haus St. Josef sein Angebot den Bedürfnissen der örtlichen Jugendämter an und Gruppe Abraham wurde ebenfalls zu einer Heilpädagogischen Nachsorgewohngruppe konzipiert. Zusätzlich entstand ein weiterer Leistungsbereich, das Sozialpädagogisch Betreute Wohnen für unbegleitete Minderjährige, das speziell auf die Bedürfnisse der jungen Männer zugeschnitten wurde.

Um das Angebot den notwendigen Rahmenbedingungen und den baulichen Standards des Haupthauses in Büchlberg anzugleichen, trat die Geschäftsführung des Hauses St. Josef an die Stiftung Heilig Kreuz Altötting mit der Bitte heran, das Gebäude in Neureut durch einen Neubau zu ersetzen. Zur Überbrückung der Zeit zwischen Abriss des alten Anwesens und Einzug in das neue Gebäude wurde ein Ersatzbau errichtet, der im Mai 2016 bezogen wurde und bis zum Einzug in den Neubau als Übergangslösung dienen sollte.

Als dann jedoch die Flüchtlingszahlen stetig zurück gingen, entschied sich die Geschäftsführung des Hauses St. Josef dafür, in dem gerade entstehenden Neubau anstatt der unbegleiteten Minderjährigen zwei heilpädagogische Wohngruppen für Mädchen einzurichten.

Im November 2017 zog dann die heilpädagogische Mädchenwohngruppe Christine von Büchlberg nach Neureut um, zunächst allerdings bis zur endgültigen Fertigstellung des Neubau noch in den Ersatzbau.

Am 1. Februar 2018 eröffnete die zweite Mädchenwohngruppe Gundula und im April 2018 fand der Umzug in das neu errichtete Gebäude statt.