Individuell geschützte Clearingwohngruppen (IGC)

Auf den geschützten Wohngruppen mit freiheitsentziehendem Charakter, nach § 1631b BGB (Mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung) Don Bosco und Bernarda, betreuen wir 11 – 16 jährige Jungen, die einerseits einen sehr hohen personellen und fachlichen Betreuungsumfang erfordern, wie auch andererseits an die mit der geschützten Unterbringung verbundenen baulichen und technischen Ausstattungen einen umfassenden und sehr hohen Sicherheitsstandard notwendig machen, wie z.B.

  • für die mittels richterlichem Beschluss gemäß § 1631b BGB die geschlossenen Unterbringung angeordnet wurde,
  • die zu verwahrlosen drohen oder verwahrlost sind,
  • die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind,
  • die hochgradig aggressiv sind,
  • die einen Drogenabusus aufweisen,
  • deren häusliches Sozialisationsumfeld als belastend oder gefährdend einzustufen ist, sodass eine zeitweise Trennung des Kindes/Jugendlichen von der Familie notwendig ist,
  • mit körperlichen, psychischen oder sexuellen Gewalterfahrungen,
  • die Leistungs- bzw. Motivationsdefizite aufweisen (allgemein und in der Schule).

Die Maßnahme ist nicht geeignet für Kinder und Jugendliche

  • mit akuten psychischen Erkrankungen und
  • mit manifester Suchterkrankung.

 

Pädagogische Zielsetzung

Aufgrund der besonderen Klientel beschränken sich die Ziele der pädagogischen Arbeit im Wesentlichen auf die Sozialisationsfähigkeit der Jugendlichen. Diese zu vermitteln erfordert erheblichen pädagogischen Aufwand. Als Hauptziele sind hier die Verinnerlichung von gesellschaftlich anerkannten Normen und Regeln, das Erlernen eines friedlichen Umganges miteinander, die Erledigung der täglich anfallenden Pflichten im Haushalt und die Gewöhnung an einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßigem Schulbesuch oder Ausbildung zu nennen.

Pädagogische und therapeutische Methoden

Für alle Jugendlichen existiert ein sowohl verpflichtender als auch allgemeingültiger pädagogischer Stufenplan. Dieser besteht aus vier Stufen und beinhaltet als Grundelement eine sinnvoll aufeinander aufbauende Zunahme der Eigenverantwortung. Bei Einhaltung ermöglicht er eine zügige Reintegration in das gesellschaftliche Leben.
Für jeden Jugendlichen wird ein individuelles pädagogisches Förderprogramm erstellt. Unterstützende Elemente hierbei sind das zur Seite stellen eines Bezugsbetreuers, eines Therapeuten mit bis zu vier Wochenstunden, Bausteine aus der Erlebnis- und Sportpädagogik, der Konfrontativen Pädagogik und ein wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander.
Zum Einsatz kommen therapeutische Methoden aus den Bereichen des Anti-Aggressivität-Trainings, der systemischen Therapie, verschiedener Entspannungstrainings, social-skills-Trainings und gezieltes Arbeiten am Selbstkonzept.

Schulische, berufliche sowie berufsfördernde Angebote

Die individuell geschützte Clearinggruppe im Haus St. Josef bietet ein integriertes Konzept, in dem sich Schule, Gruppenpädagogik und Sport ergänzen. Die Lehrkraft ist in Teilbereichen mit in den Wohngruppenalltag integriert, das bedeutet der Lehrer/die Lehrerin beginnt gemeinsam mit den Kinder und Jugendlichen das Frühstück und kann sich dadurch bereits über Stimmung, Atmosphäre, mögliche Vorfälle über die die Kinder und Jugendlichen berichten, einen ersten Eindruck verschaffen. Nach der Unterrichtszeit und dem gemeinsamen Mittagessen ist die zuständige Lehrkraft gemeinsam mit den Gruppenpädagog/inn/en für die Hausaufgabenzeit verantwortlich. In dieser Zeit besteht auch für einzelne Schüler die Möglichkeit, differenzierten Einzelunterricht in Problemfächern zu erhalten. Generell ist das Beschulungskonzept während der Clearingphase der Kinder und Jugendlichen in ein 3-Phasen-Modell unterteilt. Weitere Details zur Beschulung entnehmen Sie bitte der Leistungsbeschreibung Nr. 2.3.2.6, Seite 12 und 13.

Räumliche Rahmenbedingungen

Je acht Plätze für männliche Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren und bis zu 11 Monaten mit richterlichem Beschluss nach § 1631b BGB.
Freundliche und zweckmäßig möblierte Einzel und Doppelzimmer (4 Einzel-und 2 Doppelzimmer ). Alle Zimmer sind ausgestattet mit WC und Waschbecken. Ein externes Bad mit 3 Duschen und einer Badewanne, ein Waschraum mit Waschmaschine und Wäschetrockner, eine den Sicherheitsstandards entsprechend ausgestattete Gemeinschaftsküche mit Essbereich und Vorratskammer, ein Wohn-und Aufenthaltsraum, ein Unterrichtsraum, ein Lehrerzimmer, ein Therapieraum, ein Personalbüro mit Ruhezone und eigenem Sanitärbereich fürs Personal, ausreichend Stau-und Lagerraum. Über eine Verbindungstür ist ein geschützter Außenbereich erreichbar, der auch zu sportlichen Zwecken benützt werden kann.

Personalausstattung

Für beide Gruppen stehen pädagogische Fachkräfte zur Verfügung. Die Stellen werden besetzt mit erfahrenen Sozialpädagoge/innen, Heilpädagogen/innen, Heilerziehungspfleger/innen, Erzieher/innen, Psycholog/innen, Fachkräfte mit vergleichbaren Studien- und/oder Berufsabschlüssen, einer staatlich anerkannten Lehrkraft mit zwölf Unterrichtstunden pro Woche im Rahmen des Hausunterrichtsmodells sowie einer Haushaltshilfe mit einem wöchentlichem Stundenkontingent von 12 Stunden.
Für alle Jugendlichen existiert ein sowohl verpflichtender als auch allgemeingültiger pädagogischer Stufenplan. Dieser besteht aus vier Stufen und beinhaltet als Grundelement eine sinnvoll aufeinander aufbauende Zunahme der Eigenverantwortung. Bei Einhaltung ermöglicht er eine zügige Reintegration in das gesellschaftliche Leben.

Weitere Details über Leistung und Ausstattung entnehmen Sie bitte der Leistungsbeschreibung IGC.
Die Höhe des aktuellen Tagessatzes können Sie der Entgeltvereinbarung IGC entnehmen.

Den aktuellen Belegungsplan aller Wohn-Gruppen im Haus St. Josef können Sie hier einsehen.